Die richtige finanzielle Vorsorgestrategie für das eigene Kind

Ein Baby bedeutet für Eltern in den ersten Monaten neben großer Freude vor allem schlaflose Nächte und Sorgen um die Gesundheit des Kindes. Dabei bleibt häufig keine Zeit, sich Gedanken über die finanzielle Zukunft des neuen Familienmitgliedes zu machen. Irgendwann jedoch wird auch der kleine Spross einmal einen Führerschein machen, ein Studium beginnnen oder vielleicht die ersten Möbel für die eigene Wohnung anschaffen wollen. Das alles sind allerdings nicht gerade Gedanken, die im Vordergrund stehen, wenn das Baby mal wieder nicht schlafen will. Doch es lohnt sich, früh Überlegungen zu diesem Thema anzustellen und vom ersten Lebensmonat an für die finanzielle Zukunft des Kindes vorzusorgen.

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) schätzt in einer Studie von 2008, dass ein zwölfsemestriges Studium mit ca. 55.000 EUR zu Buche schlägt während ein sechssemestriger Bachelor immer noch durchschnittlich etwa 28.000 EUR verlangt. Dazu kommen Kosten für den Führerschein (ca. 1.500 bis 2.000 EUR), ein mögliches Auto sowie Auslandsaufenthalte und die Wohnungseinrichtung. Derartige Summen stellen für viele Familien
trotz der Möglichkeit des BAföGs große Hürden dar, die es zum Wohle des Kindes zu überwinden gilt. Da heißt es, frühzeitig mit dem Sparen anzufangen, um nicht später in einen finanziellen Engpass zu geraten.

Regelmäßiges Sparen als Schlüssel zum Vermögensaufbau

Mit regelmäßigen Einzahlungen auf ein Tagesgeldkonto zum Beispiel lassen sich innerhalb von 15-20 Jahren teils erstaunliche Summen ansparen, die später die Basis für Studium, Ausbildung und die ersten selbständigen Schritte bilden können. Dabei ist vielen Eltern gar nicht bewusst, dass jedes Kind mit entsprechender Vollmacht der Eltern ab dem ersten Lebenstag ein eigenes Sparkonto besitzen darf und zudem einen Freibetrag für Kapitalerträge von 801 EUR pro Jahr besitzt. Damit lässt sich häufig bares Geld sparen, insbesondere dann, wenn die Freibeträge der Eltern bereits vollständig ausgenutzt sind.

Wieviel mit kleinen Sparraten bereits über einen Zeitraum von 15-20 Jahren angespart werden kann, ist in der folgenden Tabelle dargestellt, wobei wir für die Berechnung einen relativ guten Tagesgeldzins von 2,5% zugrunde gelegt haben.

Exemplarischer Sparplan für ein Kind
Richtiges Sparen für die Zukunft

Bei einer monatlichen Sparrate von nur 40 EUR kommen über eine Laufzeit von 18 Jahre zum Beispiel fast 11.000 EUR inklusive Zinsen zusammen, wobei der Zinsanteil hier bei etwa 2250 EUR liegt. Überweist man dagegen 80 EUR monatlich auf das Konto des Sprösslings, so darf sich dieser nach 18 Jahren über satte 21.800 EUR freuen – eine gute Basis, um abgesichert in ein selbständiges Leben zu starten.

Die Wahl der richtigen Geldanlagen

Doch welche Anlageform eignet sich für ein solch langfristiges Sparmodell? Fonds, Aktien und Anleihen sollten nicht in Betracht gezogen werden, da hier stets ein Kurs- und Ausfallrisiko vorhanden ist, das sämtliche Sparanstrengungen innerhalb kürzester Zeit zunichte machen kann. Besser eignen sich klassische Sparprodukte wie das Sparbuch, Sparpläne sowie Tagesgeld und Festgeld. Derartige Produkte sind im Falle einer Insolvenz der Bank durch Einlagensicherungssysteme bis zu einem gewissen Betrag (mindestens 100.000 EUR) abgesichert und weisen zudem keinerlei Kursrisiko auf.

Leider unterscheiden sich die Konditionen der klassischen Sparprodukte teils recht stark, so dass ein genauer Blick notwendig ist, um wirklich gute Angebote zu identifizieren. So bietet beispielsweise eine Sparkasse aus Baden-Württemberg Sparpläne mit einer Laufzeit von 18 Jahren an, bei denen sie jedes Jahr hohe Prämien von bis zu 28% im 18. Jahr auf neu eingezahltes Guthaben erhalten. Diese hohen Prämien lenken jedoch von der Tatsache ab, dass der Basis-Zins, der auf das gesamte Guthaben gezahlt wird, nur bei 0,75% liegt. Wichtig ist daher, die Effektivrendite solcher Anlagen zu berechnen, welche im Falle der genannten Sparpläne bei mageren 2,06% liegt.

Empfehlungen

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In der Regel liegen die Effektivrenditen von Sparbüchern und Sparplänen deutlich unter dem, was mit den Tagesgeldkonten der jeweils besten Anbieter erzielt werden kann. So bieten insbesondere ausländische Direktbanken wie die Bank of Scotland (siehe Details & Erfahrungen zur Bank of Scotland) oder die VTB Direktbank (siehe VTB Direktbank Test) derzeit attraktive Zinsen zwischen 2,5 und 2,75% (Stand: April 2012), wobei die Einlagen in den allermeisten Fällen über den jeweils gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherungsfonds des Landes bis zur EU-weit gültigen Grenze von 100.000 EUR abgesichert sind. Wer Wert auf die gesetzliche deutsche Einlagensicherung legt, muss sich dagegen mit unter 2% zufrieden geben. Eine Ausnahme bildet hier die dem schwedischen Ikea-Gründer gehörende IKANO Bank, welche derzeit mit 2,81% aufwartet. Eine aktuelle Übersicht aller Tagesgeldkonten und Anbieter finden Sie z.B. im unabhängigen Tagesgeld-Vergleich von Kritische-Anleger.de.

Wer allerdings wirklich ein eigenes Konto auf den Namen der Kinder eröffnen möchte, wird ernüchtert feststellen, dass praktische alle Banken im oberen Drittel des Tagesgeld-Vergleichs die Kontoeröffnung erst ab 18 Jahren erlauben. Einzig einige deutschen Direktbanken wie die Comdirect, 1822direkt oder netbank erlauben Tagesgeldkonten auch für Minderjährige, wobei hier die Zinsen deutlich niedriger im Bereich von 1-1,5% liegen.

Erhöhen lässt sich die Effektivrendite übrigens noch zusätzlich, indem die angesparte Summe regelmäßig als langjähriges Festgeld angelegt wird. So sind bereits bei einer monatlichen Sparrate von 50 EUR nach 8 Jahren etwa 5000 EUR auf dem Sparkonto vorhanden, welche für die verbleibenden 10 Jahre als Festgeld angelegt werden können. Wählt man hierfür z.B. das 10-jährige Festgeld der Credit Europe Bank mit 4,5% p.a., so ergibt sich bei jährlicher Auszahlung ein Zinsvorteil gegenüber dem regulären Sparkonto bzw. Tagesgeldkonto von 2% und somit über die restliche Laufzeit von 10 Jahren ein zusätzlicher Ertrag von 1000 EUR.

Spardisziplin & Durchhaltewillen

Ein wichtiger Aspekt bei einem solchen Sparkonzept ist sicher das Thema Disziplin. Der monatliche Sparbetrag sollte am Besten direkt per Dauerauftrag auf das Tagesgeldkonto gehen und nicht wegen kurzfristiger Bedürfnisse gekündigt werden. Wer sich nicht selber dazu durchringen kann, regelmäßig Beträge auf das Tagesgeldkonto des Sprösslings zu überweisen, sollte sich trotz geringerer Rendite auf langlaufende Sparpläne der Sparkassen konzentrieren, da hier der Betrag meist automatisch von der Bank eingezogen wird. Denn nur mit einer gewissen Regelmäßigkeit und einer guten Planung lässt sich langfristig ausreichend Vermögen aufbauen, um den Nachkommen eine solide, finanzielle Basis mitzugeben. Und letztlich schlafen dadurch nicht nur die Eltern besser sondern früher oder später auch die Kleinen.

Weitere Details zu den verschiedenen Geldanlagen sowie ausführliche Test- und Erfahrungsberichte von Kunden finden Sie auf www.kritische-anleger.de.

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3 Gedanken zu „Die richtige finanzielle Vorsorgestrategie für das eigene Kind&8220;

  1. Bei einem eigenen Sparkonto fürs Kind würde ich lieber vorsichtig sein. Es besteht hier die Gefahr den Bafög-Anspruch zu verlieren. Ein angehender Student darf nicht mehr als 5.200 Euro an Vermögen besitzen, sonst gibt es kein Bafög. Dies ist auch der Fall, wenn die Oma oder der Opa ein Sparbuch auf den Namen des Sprösslings anglegt hat.

  2. Über die finanzielle Vorsorge des eigenen Kindes kann man nie früh genug anfangen. Denn das ist ja auch eine längerfristige Investition und mittlerweile gibt es schon einige gute Möglichkeiten, um Geld für die Kinder anzusparen. Ob das klassische Sparkonto oder ein Bausparvertrag, jeder findet im Grunde etwas passendes.

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